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Zigarren Guide

1.Vorwort     2.Lagerung      3.Humidor-Kauf     4.Einstellen des Hygrometers      Geschichte der Zigarren

1. Vorwort

Im Vorfeld sei darauf hingewiesen, daß unser kleines Zigarrenlexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Auch gibt es oftmals eine ganze Menge von unterschiedlichen Meinungen zu den einzelnen Themen. Der Kenner sollte sich jedoch von den einzelnen Ansichten nicht verwirren lassen und seine Zigarre so genießen, wie sie ist, wie er sie persönlich mag und ohne das angeblich notwendige Drumherum.
Es existieren jedoch teilweise die witzigsten Vorstellungen bei den angeblichen Kennern, die uns nun endlich dazu veranlaßt haben, diesen Guide zu erstellen, um mit manchem Aberglauben aufzuräumen. Dazu sei zunächst ein auf den ersten Blick abwegig erscheinendes Beispiel eines Kunden erzählt, um diesen teilweise vorherrschenden Irrglauben zu verdeutlichen:

"Zigarren muß man schockgefrieren, um mögliche Schädlinge zu vernichten" (Originalton Kunde).

Ein anderer dazu aus Spaß:

"Und dann langsam auftauen wie ein Hähnchen".

Dazu sei bemerkt, das Zigarren bei richtiger Lagerung weiterfermentieren bzw. reifen, da es sich um keine tote Materie handelt. Beim Gefrieren der Zigarren wird der Fermentierungsprozeß unwiderruflich abgebrochen. Außerdem können die Zigarrenblätter nach dem Auftauen für immer zerstört sein. Ähnlich verhält es sich beim Alkohol. Jeder Cognac- oder Weintrinker weiß beispielsweise, daß durch die in diesen Getränken natürlich enthaltenen Bakterien erst der Reifeprozeß beginnen kann und bei richtiger Lagerung in Fässern weitergeht. Durch die Lagerung zersetzen sich die sog. und unbeliebten Fuselstoffe (z.B.: Glykol), die unter anderem für die Übelkeit nach übermäßigen Verzehr verantwortlich sind.

2. Lagerung

Historisch gesehen, hat man früher in unseren Gefilden Zigarren lieber geraucht, wenn sie ganz trocken waren. Dazu wurden sie einfach liegen gelassen. Es galt, daß Zigarren beim Rollen in der Hand "knistern" müssen. Ausnahmsweise empfehlen wir eine Entnahme der Zigarre aus dem Humidor für einige Zeit, wenn eine gekaufte Zigarre einem zu mild ist oder keinen guten Zug aufweist. Denn durch das Austrocknen der Zigarre ist beim anschließenden Verzehr ein stärkerer Zug gegeben, sodaß der Geschmack der Puros intensiver ist.

Dies stellt selbstverständlich nur eine Notlösung da. Denn zum einen kann bei einer trockenen Zigarre beim Abschneiden oder Transport das Deckblatt schnell reißen. Außerdem wird der eingangs genannte notwendige Fermentierungsprozeß der Puros entgültig beendet. In Humidoren können Zigarren grundsätzlich unbegrenzt gelagert werden. Humidore eignen sich deshalb so gut zur Lagerung, weil sie bei richtiger Handhabung eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit gewährleisten. Notfalls können Zigarren selbstverständlich auch über einige Zeit ohne Humidor gelagert werden. Dazu empfiehlt sich besonders ein feuchter und kühler Raum, wie z.B. der Kellerraum eines alten Hauses. Durch die Aufbewahrung der Zigarren verlieren diese zwar geringfügig an originären Geruchsstoffen, sie hat aber den Vorteil, daß die Puros gleichmäßiger im Brand-, Geschmacks- und Zugverhalten werden. Besonders gut zur Lagerung eignen sich Zigarren mit dunklen Deckblättern wie Bolivar oder Montecristo.

a) Luftfeuchte und Temperatur

Bei der dabei einzuhaltenden Temperatur sowie relativen Luftfeuchte gehen die Meinungen auseinander: Wir empfehlen eine Temperatur zwischen 16-20 °C und eine relative Luftfeuchte zwischen 67-72 %. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht höher als 72% liegen, da es sonst zur Schimmelbildung kommen kann.

b) Umverpackung der Zigarre zur Lagerung entfernen?

Grundsätzlich braucht die Umverpackung wie Tubes, Plastikfolien, Zedernholzkisten, Pappkartons, p.p. zur Lagerung der Zigarren auch im Humidor nicht entfernt werden. Denn selbst Verpackungen wie Tubes oder Plastikfolien sind -trotz anderweitiger Meinungen- nicht hundertprozentig dicht und gewährleisten eine ausreichende Feuchtigkeitsaufnahme der Zigarren im Humidor. Sollten die Zigarren jedoch schon sehr trocken sein und sollen sie bald genossen werden, empfiehlt sich zur schnelleren Feuchtigkeitsaufnahme das Entfernen der Umverpackung.

3. Humidor-Kauf

Beim Kauf eines Humidors sollte darauf geachtet werden, daß er die richtige Größe hat, die sich nach den individuellen Rauchbedürfnissen richtet. Denn der Humidor sollte wenn möglich immer zumindest halb gefüllt sein, weil dann eine einfachere Handhabung bzgl. der Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist, da diese sich länger im Humidor hält, als wenn immer nur ein paar Puros im Behälter sind. Auch sollte der Standort nicht zu warm und sonnig sein. Dies trifft natürlich nicht auf Klimaschränke zu, die wir jedoch vom Preis-Leistungsverhältnis für den durchschnittlichen Genießer nicht empfehlen können.

4. Einstellen des Hygrometers (kalibrieren)

Manche Hygrometer sind vom Werk aus noch nicht eingestellt. Dies kann in den meisten Fällen nachträglich mit einem handelsüblichen Schraubendreher auf der Rückseite des Hygrometers vorgenommen werden. Nachfolgend werden ausschließlich analoge Hygrometer behandelt, da diese für die Lagerung völlig ausreichend sind. Am Rande sei bemerkt, daß auch digitale Hygrometer eine Meßungenauigkeit von bis zu 2-4 % aufweisen können! Es gibt zwei weitverbreitete Methoden zur Kalibrierung:

a) mit einem feuchten Tuch

Man wickelt das Hygrometer für eine Stunde in ein feuchtes Tuch und stellt anschließend das Hygrometer mit dem Schraubendreher auf 96 % rel. Luftfeuchte.

b) mit Salzlösung

Durch die folgende Salzlösungsmethode wird eine genauere Einstellung des Hygrometers erreicht, als bei der zuerst genannten Möglichkeit. Dazu füllt man ein Schnapsglas mit Salz und feuchtet letzteres etwas mit Wasser an. Anschließend gibt man den Inhalt samt des Hygrometers in ein ausreichend großes leeres Marmeladenglas und läßt das Hygrometer für ca. 8 Stunden im verschlossenen Glas. Danach muß man das Hygrometer auf eine rel. Luftfeuchte von 75 % kalibrieren.

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Hier finden Sie eine Übersichts-Karte von Kuba

Auf Kuba werden seit Mitte des 18. Jahrhunderts Zigarren produziert. Der kubanische Tabak gilt weltweit als der Beste. Ihren Ruhm verdankt die Havanna-Zigarre in erster Linie den einzigartigen natürlichen Gegebenheiten der Insel, ihrem milden Klima und den fruchtbaren Böden. Hinzu kommt das Wissen und die Geschicklichkeit der kubanischen Tabakpflanzer und Zigarrenmacher. Das "Vuelta Abajo", ein Tal in der Provinz Pinar del Rio, ist eine ausgezeichnete Anbauzone, berühmt für die Premium-Qualität ihrer Deckblatt-, Umblatt- und Einlagetabake. Daneben gibt es noch andere Hauptanbauzonen: Semi Vuelta, Partido, Oriente und Remedios. Sorgfältige Auswahl und genau abgestimmte Mischungen der Blätter verleihen der Havanna einen außergewöhnlichen Geschmack und ein köstliches Aroma.
Mehr über die Geschichte der Zigarren und den Tabakanbau auf Kuba erfahren Sie in Bücher wie "Die große Geschichte der Zigarre" oder "Das Havanna-Lexikon".





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